Gemeinde Hiddenhausen - Agenda21

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Lokale Agenda 21 der Gemeinde Hiddenhausen

Leitbild für Hiddenhausen

Agenda 21 - Hiddenhausen ist liebens- und lebenswertHiddenhausen sichert nachhaltig die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. Deshalb unterstützt die Gemeinde insbesondere alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die wirtschaftliche Existenz, die soziale Gerechtigkeit und den Umweltschutz gleichberechtigt zu fördern. Dazu gehört auch global zu denken, wenn lokal gehandelt wird.

Das bedeutet weltweit die Rohstoff-Ressourcen zu schonen, global soziale Gerechtigkeit zu erreichen, den Umweltschutz weltweit zu realisieren und die wirtschaftliche Existenz für alle Menschen zu sichern, ohne die Befriedigung der Bedürfnisse kommender Generationen zu gefährden.

Zu dem Leitbild gehören 6 Leitlinien, zu jeder Leitlinie ein Maßnahmen und Projektkatalog.

Hier die Leitlinien:

1. Lebensgrundlagen und Lebensqualität - die Basis des Lebens

2. Lebensräume und Verkehrsräume - attraktiv und sicher

3. Lebensstil und Konsumverhalten - nachhaltig und gerecht

4. Arbeit und Wirtschaft - Grundlage für ein wirtschaftlich gesichertes Leben

5. Leben in einer sozialen Gemeinde - gemeinsam und gleichberechtigt

6. Bildung und Kultur - eröffnen Möglichkeiten


1. Leitlinie

Lebensgrundlagen und Lebensqualität
die Basis des Lebens

Eine befriedigende Lebensqualität soll für uns und alle zukünftigen Generationen möglich sein. Dafür müssen wir die natürlichen Lebensgrundlagen hier und weltweit dauerhaft erhalten.

Hiddenhausen sorgt deshalb für:

  • die Reinerhaltung von Luft, Boden und Wasser 
  • den Schutz der Natur 
  • die Reduzierung des Flächenverbrauches 
  • die Schonung der Rohstoff-Ressourcen 
  • die Schonung der nicht erneuerbaren Energiequellen 
  • eine nachhaltig arbeitende Wirtschaft

Maßnahmen und Projekte: 

  • Öffentlichkeitsarbeit: Umweltrelevante Daten (z.B. Lärm, Luft-, Wasser- und Bodenqualität, Flächenerhebungen, Daten und Fakten aus Landschaftsplan, Biotopkartierung, Baum- und Grünflächenkataster) erfassen und interessierten Bürgern zur Verfügung stellen und/oder durch die Medien bekannt machen 
  • Öffentlichkeitsarbeit: Information über Daten aus dem Gesundheitswesen (z.B. Diagnoseatlas Nordrhein-Westfalen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW) 
  • Bauleitpläne und Planungen auf Nachhaltigkeit hin diskutieren und aktualisieren 
  • Landschaftsbild, Kulturlandschaft und gewachsene Ortsstrukturen erhalten 
  • mehr interkommunale Abstimmung und Zusammenarbeit zur Ressourcenschonung 
  • Flächenversiegelungen aufheben und vermeiden 
  • Bildung und Sicherung ökologischer Nischen und Refugien 
  • Vermehrung von Straßenbegleitgrün 
  • Patenschaften für Straßenbäume 
  • Schulgärten und Biotope anlegen 
  • Anregen zur naturnahen Gartengestaltung und -pflege, auch auf öffentlichen Flächen 
  • zum Anpflanzen von heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden ermutigen 
  • biologische, artgerechte Landwirtschaft fördern 
  • Umwelttips in Veröffentlichungen der Gemeinde, Gas- und Wasserversorgung Hiddenhausen, des Verkehrsvereins und der Kirchengemeinden

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2. Leitlinie

Lebensräume und Verkehrsräume
attraktiv und sicher

Leben und Verkehr ergänzen einander und bedingen sich in ihrer Qualität. Der immer stärker werdende Verkehr darf jedoch mit seinen Emissionen und Gefahren das Leben nicht weiter bedrohen und gefährden.

Unsere Lebensräume gesund zu erhalten und die notwendigen Verkehrsräume attraktiver und emissionsärmer zu gestalten ist ein wichtiges Ziel. Daher ist in Hiddenhausen eine sichere und ökologische Mobilität anzustreben.

Zudem braucht Hiddenhausen eine umfassendere energie- und flächensparende, ökologische Bauweise. Bei dem Erhalt und dem Ausbau des Wohnungsbestandes und des Wohnumfeldes sind sowohl ökologische als auch soziale Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Es sollen der Energieverbrauch verringert und erneuerbare Energiequellen gefördert werden. Darüber hinaus gilt es die Wohnbedürfnisse von Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensformen: Familien, Alleinerziehende, Alleinlebende, Behinderte, Seniorinnen und Senioren oder auch Wohngemeinschaften, zu berücksichtigen und unter Beteiligung der Betroffenen umzusetzen.

Maßnahmen und Projekte: 

  • Öffentlichkeitsarbeit:Bewusstsein schaffen über Emissionen aus der Industrie und dem Straßenverkehr 
  • Berichte zur Flächenstruktur und Flächennutzung 
  • Tarifgestaltung bei Bus und Bahn verbessern; SchülerInnenkarte - ganzjährige Gültigkeit 
  • kundenfreundlicherer ÖPNV, d.h. u.a. Wiederbelebung Bahnhof Schweicheln, Querungshilfen an Bushaltestellen, bessere Taktzeiten an den Umsteigeknoten Herford und Bünde 
  • die Gemeinde prüft die Möglichkeiten des Anruf-Sammel-Taxis 
  • die Gemeinde überprüft mit der Agendagruppe die zugesagte Realisierung des Fahrradweges am Knotenpunkt Bünder-/Hiddenhauser Str./BAB 30; Ausbau des Fahrradwegnetzes 
  • die Ergebnisse der Studie zur Bünder Straße aus 1987 (z.B. Querungshilfen und Anlegung von Kreiseln) sollen zeitnah umgesetzt werden
  • Bebauungspläne für mehr ökologisches Bauen öffnen 
  • regelmäßiges Beratungsangebot zur Planung, Durchführung und Finanzierung von Bau- und Umbaumaßnahmen durch unabhängige Fachleute vor Ort 
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Energiesparen“, z.B. Verleihen von Strommessgeräten 
  • energiesparende Maßnahmen und erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser, Biogas, Erdwärme) anregen und fördern

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3. Leitlinie

Lebensstil und Konsumverhalten
nachhaltig und gerecht


Unser Leben in den Industriestaaten ist auf Konsum ausgerichtet. Unseren Wohlstand darf es nicht auf Kosten anderer Menschen und um jeden Preis geben.

Verantwortungsbewusst, nachhaltig und gerecht zu leben ist die Anforderung der Zukunft. Unsere Lebensweise muss zukunftsfähig werden, damit wir und alle nachfolgenden Generationen weltweit ein erfülltes Leben in Frieden haben können. Hiddenhausen soll zukunftsfähig leben durch die Nutzung 

  • von Produkten aus einer nachhaltigen Wirtschaft 
  • von fair hergestellten und gehandelten Produkten 
  • von ökologisch und ressourcenschonend produzierten Waren 
  • von regionalen Produkten in Mehrwegverpackungen 
  • von erneuerbaren Energiequellen

Maßnahmen und Projekte: 

  • Öffentlichkeitsarbeit: Abfallvermeidung ist besser als Abfallverwertung:
    Zielgruppen direkt ansprechen: Hausfrauentreffs, kirchliche Frühstückskreise, Kinder- und Jugendeinrichtungen, ErzieherInnen und LehrerInnen, Elternpflegschaften u.a. 
  • bisherige Aktionen (Pfandflasche statt Dose, Projekt OPG “Carlo der Regenwurm“ - Aktion in den Grundschulen, KorkRecycling in Kindergärten, Schulen, Geschäften) weiter unterstützen, positiv veröffentlichen, bei jeder Aktionsveranstaltung zunächst den Ist-Zustand in der Gemeinde feststellen 
  • Einsatz umweltfreundlicher (Unterrichts-)materialien 
  • Getränke und Lebensmittel in Mehrwegverpackungen 
  • Empfehlungen an ErzieherInnen, LehrerInnen und Eltern 
  • Erfahrungsaustausch mit anderen Kindergärten, Schulen 
  • Aufklärungsaktionen der Gemeinde „Müll vermeiden-vermindern-umweltgerecht entsorgen“, Aktion „mit dem Stoffbeutel zum Bäcker“ 
  • Wilder Müll in Hiddenhausen - Bewusstseinsveränderung ‘Wilder Müll ist Kein „Kavaliersdelikt“ !’, Aufräumaktionen, Straßenpatenschaften 
  • Verantwortungsbewusstsein aller für die Natur stärken und die Verbundenheit von Mensch und Natur verdeutlichen; schon im Kindergarten/Schule beginnen, z.B. Anpflanzung von Beeren unter dem Motto ’Was schenkt uns die Natur?’ 
  • regionale Produkte kaufen - Einrichtung eines Marktes oder einer Messe regionaler Erzeuger

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4. Leitlinie

Arbeit und Wirtschaft
Grundlage für ein wirtschaftlich gesichertes Leben


Existenzsichernde Wirtschafts- und Arbeitsstrukturen bei uns und weltweit sind erforderlich, um eine befriedigende Lebensqualität für alle Menschen zu erreichen und zu erhalten.

Hiddenhausen braucht für die Zukunft eine umweltfreundliche, sozialverträgliche Wirtschaftsstruktur und Betriebe mit einer umwelt- und sozialgerechten nachhaltigen Wirtschaftsweise.

Die Gemeinde ist bestrebt, Arbeitsplätze zu erhalten und neu zu schaffen. Dabei ist sicherzustellen, dass wir die entstehenden Emissionen verringern, den Flächenverbrauch und das Verkehrsaufkommen einschränken und unsere nicht erneuerbaren Rohstoff-Ressourcen vor Ort und weltweit schonen.

Maßnahmen und Projekte: 

  • interkommunale Abstimmung und Zusammenarbeit zur Ressourcenschonung 
  • Unterstützung nachhaltig wirtschaftender Unternehmen 
  • vorrangige Auftragsvergabe an ortsansässige Unternehmen 
  • nachhaltiges Wirtschaften

durch:

Schutz der Ökosphäre, Erhaltung der Pufferkapazität der Natur, Nutzung erneuerbarer Energien
- zum Beispiel durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen -

für:

stabile wirtschaftliche Entwicklung, hohen Beschäftigungsgrad mit zukunftsfähigen Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Wachstum der Lebensqualität, Preisniveau Stabilisierung
- beispielhaft durch die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze -

bei:

gerechter Verteilung der Lebenschancen zwischen den Individuen, den Industrieländern und den Ländern der Dritten Welt, den Generationen
- zum Beispiel durch fairen Handel -

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5. Leitlinie

Leben in einer sozialen Gemeinde, gemeinsam und gleichberechtigt

Jeder Mensch braucht in jedem Alter ein lebenswertes Umfeld.

In einer sozialen und solidarischen Gemeinde soll ein gleichberechtigtes Miteinander für alle gesellschaftlichen Gruppen; für Frauen und Männer, für Kinder und Seniorinnen und Senioren, für Migrantinnen und Migranten, möglich sein.

Die Leitsätze Toleranz, Kooperation und Integration sollen das gemeinsame Leben der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde und auch über unsere Gemeindegrenzen hinaus bestimmen und von den Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichen Interessengruppen in den Schulen, Vereinen, Betrieben und Institutionen weitergetragen und gefördert werden.
Jede Bürgerin und jeder Bürger ist aufgerufen, eine lebenswerte Gemeinde als Gemeinschaft in einer Welt mit zu gestalten.

Maßnahmen und Projekte: 

  • Bestandsaufnahme und Vernetzung des „sozialen Angebots“ 
  • öffentlich Treffpunkte und deren Nutzungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Jugendliche, SeniorInnen, Behinderte und MigrantInnen- ausbauen und als Begegnungsstätten fördern; Projektidee ‘Cafe Mobil’ 
  • Ordnungspartnerschaften* einrichten
    Eine Ordnungspartnerschaft ist die Zusammenarbeit verschiedener gesellschaftlicher Institutionen zum Zwecke der Stärkung des Sicherheitsgefühls der BürgerInnen in Hiddenhausen
  • Kontaktmöglichkeiten für Neubürgerinnen und Neubürger schaffen, z.B. Nachbarschafts-, Schul-, Kindergartenpatenschaften, Ortsteil- und Straßenfeste 
  • Beteiligung am Projekt „Für Toleranz und Zivilcourage - gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ im Programm „Kommunen gegen Rechtsextremismus“

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6. Leitlinie

Bildung und Kultur eröffnen Möglichkeiten


Alle Bürgerinnen und Bürger haben in jedem Alter das Recht auf Bildung und den Anspruch auf kulturelle Angebote sowie die Möglichkeit die eigene Kultur zu leben und kulturelle Freiräume selbst zu gestalten.

Lebenslang zu lernen und sich weiter zu entwickeln ist unerlässlich. Auch der Blick für lokale und globale Zusammenhänge muss immer wieder neu geschärft werden.

Die Vermittlung von Bildung und Kultur und die Ermöglichung der Teilhabe für alle Bevölkerungsschichten bei uns und weltweit ist weiterhin zu fördern und auszubauen.

Maßnahmen und Projekte 

  • gemeinsame Feste der verschiedenen Generationen (z.B. Besuche der Kindergartenkinder im Altenheim) und Kulturen (z.B. Dorf-, Schul- und Kindergartenfeste mit Gruppenvorführungen und Imbissangeboten anderer Nationalitäten etc.) 
  • Austausch und Dialog zwischen den Kulturen 
  • Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten 
  • Förderung selbstverwalteter Kulturräume 
  • Förderung öffentlich zugänglicher, kostengünstiger Bildungs- und Kulturangebote

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Schreiben Sie einfach eine Mail an die Gemeinde Hddenhausen

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