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Rund um´s Kind in Hiddenhausen

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Recht auf Haushaltshilfe

Für den Fall, dass sich eine Mutter beispielsweise einer stationären Behandlung unterziehen oder eine Kur in Anspruch nehmen muss und während dieser Zeit kein anderes Familienmitglied die Betreuung der Kinder sicherstellen kann, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Haushaltshilfe bzw. beteiligen sich daran.
Dieser Anspruch gilt auch für den Vater, wenn er sich ausschließlich um Haushalt und Kinder kümmert und die Mutter den Lebensunterhalt der Familie sichert.
Der Anspruch auf eine Hilfe besteht, wenn mindestens ein Kind zu betreuen ist, das noch keine 12 Jahre alt ist.
Eine Haushaltshilfe kann eine Bekannte oder eine Nachbarin, aber auch der/die EhepartnerIn sein. Wenn die Haushaltshilfe die Berufstätigkeit für die Pflege unterbricht, erstattet die Krankenkasse den Nettoverdienst, in den übrigen Fällen wird ein Stundenlohn gezahlt.
Haushaltshilfen vermitteln die Sozial- oder Diakoniestationen vor Ort. Die Abrechnung erfolgt über die Krankenkassen. Welcher Tagessatz im Einzelnen erstattet wird, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab (z. B. Kinderzahl) und ist bei der zuständigen Krankenkasse zu erfragen.

Kasse zahlt bei Pflege kranker Kinder

Bei der Pflege erkrankter Kinder (bis zum 12. Lebensjahr) zahlt die gesetzliche Krankenkasse den Verdienstausfall des pflegenden Elternteils (70% des Bruttoentgelts). Je Elternteil steht Ihnen jährlich für zehn Arbeitstage Krankengeld zu. Bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage.
Allerdings:
Maximal können Väter und Mütter 25 Arbeitstage pro Jahr und Familie auf Kassenkosten zu Hause bleiben, bei Alleinerziehenden liegt die Grenze bei 50 Arbeitstagen.
Außerdem gibt es zehn Tage unbezahlten Pflegeurlaub pro Kind und Jahr vom Arbeitgeber, sofern der Tarif- und Einzelarbeitsvertrag oder die Betriebsvereinbarung eine bezahlte Arbeitsbefreiung nicht vorsieht.
Bei berufstätigen Ehepaaren sind es wiederum 20 Tage.
Voraussetzung ist immer eine ärztliche Bescheinigung für die Krankenkasse oder ArbeitgeberIn über die Erkrankung des Kindes.
Für Beamtinnen in Nordrhein-Westfalen gilt die Regelung der bezahlten Freistellung nicht.
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber/Ihrer Arbeitgeberin nach den entsprechenden Bestimmungen oder eventuellen Einzelfallregelungen.
Die Privaten Krankenkassen zahlen kein Krankengeld für die Pflege eines kranken Kindes.

Steuerabzug von Kinderbetreuungskosten

Für berufstätige Eltern und Alleinerziehende gibt es besondere steuerliche Abzugsmöglichkeiten, die im Steuerrecht „Aufwendungen für Kinderbetreuung“ heißen.
Um diese Aufwendungen steuermindernd geltend machen zu können, muss eine Reihe von Vorraussetzungen erfüllt sein.
Die Kinderbetreuungskosten müssen anfallen, weil entweder der allein erziehende Elternteil oder bei zusammen lebenden Eltern beide Elternteile erwerbstätig sind. Kinderbetreuungskosten können auch abgesetzt werden, wenn die Steuerpflichtigen sich in der Ausbildung befinden oder körperlich, geistig oder seelisch behindert bzw. krank sind. Die zu betreuenden Kinder müssen zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören und dürfen zu Beginn des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder müssen wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außer Stande sein, sich selbst zu unterhalten. Es muss ein Anspruch auf einen Kinderfeibetrag (Kindergeld) bestehen.
Der Abzug der Kinderbetreuungskosten vom zu versteuernden Einkommen ist nach oben hin begrenzt. Bei zusammen lebenden Eltern beträgt er höchstens 1.500 € im Jahr und bei nicht zusammen lebenden Elternteilen je Elternteil 750 €.
Die Kosten werden nur berücksichtigt, wenn sie den allgemeinen Betreuungsfreibetrag von 1.548 € bei zusammen lebenden Elternteilen bzw. 774 € bei nicht zusammenlebenden Elternteilen übersteigen.
Die Betreuungskosten müssen im Einzelnen nachgewiesen werden. Zu den begünstigten Kosten zählen die Aufwendungen für die Unterbringung von Kindern in Kindergärten, Kindertagesstätten, Horten, Schulkinderhäusern, Heimen und Krippen, bei Tageseltern und in Ganztagspflegestellen.
Aufwendungen für Unterricht, Nachhilfeunterricht oder die Vermittlung besonderer Fähigkeiten werden nicht berücksichtigt.
Beachten Sie bitte, dass hauswirtschaftliche Beschäftigungsverhältnisse der Lohnsteuer unterliegen.
Bei berufstätigen Ehepaaren und Alleinerziehenden ist es bislang nicht möglich, erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen.
Die Bundesfrauenvertretung des Deutschen Beamtenbundes (DBB) führt deshalb zur Zeit ein Musterverfahren beim Finanzgericht Niedersachsen. Die DBB empfiehlt Eltern mit Kinderbetreuungskosten, in der Steuererklärung erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten bei den Werbungskosten (Anlage N) anzugeben. Werden die Kinderbetreuungskosten nicht als Werbungskosten anerkannt, sollte Einspruch erhoben werden. Es können nur diejenigen, die Einspruch gegen ihren Steuerbescheid erhoben haben, die Kinderbetreuungskosten rückwirkend anerkannt bekommen.
Bei der Gleichstellungsstelle der Gemeinde Hiddenhausen können Sie eine Kopie des Mustereinspruchs und weitere Informationen erhalten.

Steuerlicher Freibetrag für Alleinerziehende

Ab dem 01.01.2004 gilt für Mütter oder Väter, die mit ihrem(n) Kind(ern) allein in einem Haushalt leben, ein steuerlicher Freibetrag von 1.308 Euro pro Jahr als Ausgleich für Mehrausgaben, die sie als Alleinerziehende im Vergleich zu Paaren mit Kindern haben.

Einkommenssteuerrecht und Steuerklassenwahl

Das bislang bestehende Ehegattensplitting ist ehefreundlich, aber familienfeindlich.
Es begünstigt am stärksten die kinderlose Ehe und die/den gut verdienende(n) Ehepartnerin/-partner.Über die Wahl der Steuerklasse V durch die/den geringer verdienende(n) EhepartnerIn (meist die Ehefrau) und die Wahl der Steuerklasse III durch den besser verdienenden Ehepartner (meist der Ehemann) wird die „Hausfrauenehe“ gefördert, nicht die Familie/­Lebensgemeinschaft mit Kindern. Die schlechter verdienenden EhepartnerInnen werden steuerlich als „ZusatzverdienerInnen“ gesehen und unterliegen damit einer hohen progressiven Besteuerung. Sie können aber weder von ihrem steuerfreien Existenzminimum Gebrauch machen – obwohl dies verfassungsrechtlich für alle garantiert ist – noch von Steuerpauschalen oder Pauschalbeträgen.
Nachteilig wirkt sich die Steuerklasse V auf Lohnersatzleistungen, wie z. B. Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Unterhaltsgeld, Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Verletztengeld und Übergangsgeld, aus.
Diese Leistungen sind vom Nettoeinkommen abhängig, was viele, die sich für die Steuerklasse V entscheiden, nicht wissen. Es ist daher auch bei Einkommensunterschieden der Ehepartner für beide die Wahl der Steuerklasse IV zu empfehlen.
Das monatliche Gesamtnettoeinkommen beider Partner ist dann zwar durch die höhere Besteuerung der/des besser verdienenden Partnerin/Partners geringer, die Differenz wird aber beim Einkommenssteuerjahresausgleich nachgezahlt.


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